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mutter- und vatertag: wenn besondere tage schwer werden.
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mutter- und vatertag: wenn besondere tage schwer werden.

Pia Mauermann

Pia Mauermann

Mutter- und Vatertag sind überall und können sich in der Trauer ganz anders anfühlen. Wie du diesen Tag für dich gestalten kannst und warum es kein „richtig“ gibt.

Ab jetzt werde ich (Pia) euch hier im Blog immer wieder begleiten – mit Gedanken aus meiner Arbeit als Trauerbegleiterin und dem, was ich in Gesprächen mit Trauernden erlebe. Und gerade jetzt, rund um Mutter- und Vatertag, merke ich immer wieder, wie besonders diese Tage sein können.

Weil sie überall sind: in der Werbung, in Gesprächen, in kleinen Gesten. Und während viele diesen Tag feiern, kann er sich für dich ganz anders anfühlen, schwer vielleicht, leer oder einfach nur anders als früher, weil jemand fehlt. Und genau das macht diese Tage oft so herausfordernd. Nicht, weil der Tag an sich schwierig ist, sondern weil er dich daran erinnert, was nicht mehr da ist. Dieses Vermissen, das vielleicht sonst leiser ist, wird an solchen Tagen oft lauter.

Als Trauerbegleiterin erlebe ich oft, dass Menschen sich fragen, wie sie diesen Tag „richtig“ machen sollen. Ob sie etwas planen sollten, ob sie stark sein müssen oder ob sie den Tag lieber vermeiden. Und eigentlich gibt es darauf nur eine Antwort: Du darfst ihn so erleben, wie er für dich ist. Was vielen hilft, ist, dem Tag bewusst einen kleinen eigenen Rahmen zu geben. Nicht als großen Plan, sondern als Möglichkeit. Vielleicht ein kurzer Moment nur für dich, eine Kerze, ein Gedanke, ein Ort, der euch verbindet. Oder auch einfach die Entscheidung, den Tag ruhig zu halten und nichts zu müssen.

Manchmal hilft es auch, sich vorher zu fragen: Was könnte heute schwer werden und was könnte mir guttun? Und sich genau das zu erlauben, ohne Druck, ohne Erwartungen. Du musst diesen Tag nicht schön machen. Du musst nicht funktionieren. Es reicht, ihn so zu nehmen, wie er kommt – mit allem, was da ist. Und vielleicht ist genau das der liebevollste Umgang mit dir selbst an diesem Tag.

Und gleichzeitig darf auch alles nebeneinander da sein.
Traurigkeit und vielleicht ein kleiner, leiser schöner Moment. Vermissen und Erinnern. Schwere und das Bedürfnis nach Ruhe. Oft versuchen wir, Gefühle einzuordnen oder zu bewerten – aber gerade an solchen Tagen darfst du sie einfach da sein lassen.

Ich erlebe auch immer wieder, dass der Druck von außen diesen Tag schwerer macht, als er eigentlich sein müsste. Die Erwartung, sich zu melden, zu funktionieren, teilzunehmen oder mitzufeiern. Und vielleicht hilft dir der Gedanke: Du darfst Grenzen setzen. Du darfst absagen. Du darfst dir den Raum nehmen, den du brauchst – auch wenn andere den Tag anders erleben.

Manche Menschen entscheiden sich bewusst dafür, an diesem Tag etwas Verbindendes zu tun. Einen Spaziergang, ein Ritual, ein kleines Erinnern. Andere merken, dass es ihnen guttut, sich abzulenken oder den Tag ganz anders zu verbringen als erwartet. Beides ist in Ordnung.

Und manchmal sind es gar nicht die großen Dinge, die helfen, sondern die kleinen. Ein vertrauter Ort. Ein Lied. Ein Gespräch mit jemandem, der versteht. Oder auch einfach ein Moment, in dem du innehältst und merkst: Ich darf heute genau so sein, wie ich bin.

Vielleicht hilft es dir auch, dir selbst ein bisschen weicher zu begegnen. Dich nicht zu hinterfragen, nicht zu bewerten, sondern einfach mitzunehmen durch diesen Tag. Denn so unterschiedlich Trauer ist – so individuell darf auch dein Umgang mit diesen Tagen sein.

Und vielleicht ist genau das das Einzige, was an solchen Tagen wirklich zählt: Dass du dich selbst ein kleines bisschen mehr im Blick behältst.

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